Carpe Diem. Carpe Noctem.

„Morgen, morgen. Nur nicht heute!“, sagen alle trägen Leute.
Wer kennt sie nicht, diese weisen Sprüche, die einem das Leben versüßen?

Was du heute kannst besorgen, hier und heute, denn heute ist heute und morgen ist morgen und morgen wird schon wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben, also lieber heute als morgen; auf – daran stirbst du nicht gleich!

Alles klar. Ich muss noch eine Hausarbeit innerhalb dieser Semesterferien anfangen und fertig stellen. Aber warum überhaupt anfangen? Arbeit zieht schließlich Arbeit nach sich. Und morgen ist auch noch ein Tag.

„Ach, diese Jugend von heute“, höre ich eine fremde Stimme in meinem Kopf erklingen. „Heute ist die beste Zeit!“

Ruhe da oben, du hast doch keine Ahnung. So etwas geht nicht von heute auf morgen. Auch Rom wurde nicht an einem Tag gebaut. Und ich habe schon beinahe angefangen.

„Beinahe ist noch lang nicht halb.“
Hab ich das behauptet? Morgen fang ich an, ehrlich. So ein wunderbar allgemeingültiger Satz. Heute ist morgen schon gestern. Morgen ist heute schon gestern.

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