Hans’ Reise steht mehr als nur unter einem guten Stern: der ganze Himmel ist ihm gewogen, oder vielmehr wölbt er sich schützend über ihn. Alle Gestirne lieben ihn ob seines fröhlichen Gemüts. Tagsüber wetteifert er mit dem Strahlen der Sonne, um sich abends bei Einbruch der Dämmerung auf die für ihn durch sie vorgewärmte Erde zu legen und in behüteten Schlummer zu fallen.
Über ihm blitzen und blinken die Sterne, manche kleiner, andere größer, die einen schwächer, die nächsten intensiver in den mannigfaltigsten Gold- und Bronzetönungen.
Und blickt Hänschen in den Himmel hinauf, dann winken die Sterne zu ihm herab, hüpfen aufgeregt auf und ab. Drehen sich um die eigene Achse, überschlagen sich und manchmal purzelt auch einer vom Himmel zu ihm nieder. Ein jeder weiß seine Geschichte zu erzählen und sanft wiegen sie Hänschen in einen süßen Schlaf.
Zwar nicht direkt auf den Spuren Hänschens wandelnd, jedoch auch in der Intension, Geschichten zu erzählen, zu hören, im warmen Strohlager zu liegen und mit den Sternen zu tanzen, öffnet das 1000 Sterne Hotel vom 25. Juli bis zum 3. August wieder seine Feldwege zu gemütlichen Nachtlagern im Kornfeld.
Hans empfiehlt: Am besten noch heute buchen!
Von Hänschen haben wir schon länger nichts mehr gehört, aus folgendem Grund:
In der Originalfassung des Liedes geht er zwar auch zu seiner geliebten Mutter zurück, jedoch erst nach einer Bildungsreise von 7 Jahren – er kehrt heim als Hans!
Für seine Mutter mag er vielleicht noch immer das liebe Hänschen bleiben, doch wir möchten ihn zunächst auf seiner Reise begleiten.
Warum er sich mehrere Wochen nicht gemeldet hat, oder aber ob die Post so lange für die Zustellung eines Briefes benötigt, sei dahingestellt. Endlich erhält seine Mutter ein Schreiben.
„Liebe Mutti,
aus Nordamerika sende ich Dir meine Grüße und Worte […]. ‘Welch ein Elch’ weiterlesen
„Aber Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind, kehrt nach Haus geschwind“
Betrachten wir als geklärt, dass ‚das Kind’ rein formal ob der Abstammung von seinen Eltern als solches bezeichnet ist. So können wir uns des Hansens wahrer geistiger Größe widmen.
Hans befindet sich nun auf Wanderschaft, fühlt sich wohl in seinem Gemüte und setzt leichtfüßig Schritt um Schritt. Bald mit einem verträumten Lächeln, bald heiter summend genießt er das wunderbare Schauspiel der Natur.
Zu Hause in weiter Ferne sitzt seine Mutter mit rot-verquollenen Augen am Küchentisch, hat es nie gelernt oder war schlicht noch nicht darauf vorbereitet, loslassen zu müssen.
Sie ist untröstlich.
Doch woher weiß Hans von den emotionalen Umständen seiner Mutter?
‘Hans aufs Herz – Beweinung durch die Mutter’ weiterlesen
Wir alle kennen diesen Begriff, jeder benutzt ihn. Doch woher stammt die Wendung ursprünglich?
Der Ausdruck „Hans in den Mai“ entstand in Deutschland im Hochmittelalter um 1200 , als das Zunftwesen es empfahl, dass ein Geselle sich auf Wanderschaft begab und sein Wissen mehrte.
‚Hans’ als der Inbegriff von Reise, Wanderschaft und Weltentdeckung; der Monat ‚Mai’ als das Erwachen der Natur, sprießenden Knospen, wohlig wärmenden Sonnenstrahlen.
Gemeinsam erwecken sie ein Bedürfnis nach Befreiung, eine Atmosphäre des Aufbruchs, Lust nach Leben!
Die Mentalität des Reisens hat inzwischen eine große Wandlung vollzogen. Reisen war jahreszeitenabhängig, weite Strecken mühsam und beschwerlich, im Winter nahezu unmöglich.
Musikalisch verarbeitet wird dies in F. Schuberts „Winterreise“, einem vorhersehbaren Weg in die Verderbnis.
Jedoch wenn der Mai anbrach, wenn die Sonne ‚Strom und Bäche’ vom Eise befreite, wenn sich der Winter zurückzog und Hoffnungsglück zu grünen begann – und so ist es bis heute geblieben: dann regt sich Bildung und Streben nach Leben. Die Menschen kriechen aus ihren Häusern und füllen als buntes Gewimmel die Gassen und Gärten, die Wälder und Felder, brechen auf, wandern, laben sich an den Wundern der ersprießlichen Natur.
Einen wunderschönen ‚Hans in den Mai’!
„Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein.
Stock und Hut stehn ihm gut, ist gar wohlgemut“
Das Suffix ‚-chen’ ist eine Form der Verkleinerung. Möchte man ein Subjekt oder Objekt in seiner Größe reduzieren, benötigt man die Endsilbe ‚-chen’ oder ‚-lein’. Steht davor einer der Vokale a, o oder u, so werden diese zusätzlich in einen entsprechenden Umlaut gewandelt.
Folglich wird aus einer Suppe ein Süppchen. Oder aus einem Klotz (am Bein) ein Klötzchen oder Klötzelein.
Und wenn man unseren ehemals auf den Namen Hans getauften Knaben diminuieren möchte, wird er eben zu einem Hänschen. Doch wie klein war er wirklich?
‘Die Bedeutung der Verniedlichung des Hans’ weiterlesen
Letzte Kommentare