Archiv für die Kategorie 'Musik'

Fasnet - I fass es net

Am Sonntag hatte ich meinen ersten Fasnetsumzug in meinem Leben gemeinsam mit meinem ersten Orchester, das ich seit Februar offiziell dirigiere. Ich nenne es eine interessante Erfahrung und schöne Abwechslung zu dem doch so ernsten Studentenalltag. Wir sind auf dem Bubsheimer Umzug an Position 28 gelaufen, inmitten von hunderten von Narren in den tollsten und aufwendigsten Kostümen, ich durfte mich unter unzähligen betrunkenen Menschen tummeln, etwa 10 Mal den Frittlinger Narrenmarsch dirigieren (und kann ihn nun auch auswendig) und fühle ich mich nun in vielerlei Hinsicht bereichert.

Mein erstes Mal
Zum Dirigieren durfte ich einen ganz besonderen Stecken beuntzen, der wenig Ähnlichkeit mit dem heutigen Taktstock hat, sondern vielmehr an die Urform angelehnt ist. Wobei ein solcher Narrenkopf vermutlich seltener auf historischen Dirigierstäben zu finden ist.

Funkstille

Ja mei, ihr wisst ja, dass Trossingen so eine Art Funkloch ist. Wobei, seit geraumer Zeit kommt man hier sogar am Wochenende mit der Bahn raus. Mit dem Bähnle…
Es tut sich was, nicht nur in Trossingen, auch bei mir. Weihnachten, Silvester, das waren kurze Tage der Erholung, bis es dann am 1. Januar mit dem fröhlichen Studium weiterging. Erholung wovon? Von meinem Praxissemester! Tatsächlich, vier Monate Schulbank drücken sind verflossen. Panta rhei. Meinen 25seitigen Bericht habe ich letzte Woche abgegeben, drum konnte ich hier nicht auch noch nebenher schreiben. Und es geht fulminant weiter im Jahr 2009. Wir hatten grandiose Dreikönigskonzerte und bald sieht man mich auf Faschingsumzügen (hoffentlich bis zur Unkenntlichkeit kostümiert), während ich meine Blaskapelle dirigiere. Wohlan und auf zu neuen Taten.

Wer Ohren hat zu hören

Im lauschigen Zimmer 225 fand die heutige Gehörbildungsprüfung statt, zumindest der mündliche Teil. „Ohren spitzen und lauschen”, sagte der kleine Mann in meinem Ohr.

Da habe ich mich natürlich gehörig ins Zeug gelegt und auch ein ganz ohrdentliches Ergebnis erzielt: Errechnet man sich die Quersumme aller angeschlagenen und richtig interpretierten Klaviertasten, dann habe ich mir die Note 1,5 erhört. So kann das Semester alsbald gemütlich ausklingen.

Horch: ein Ton!

Töne hören, darum geht es am kommenden Mittwoch, es wird der 25.Juni sein, wenn ich meine Prüfung in Gehörbildung absolvieren darf. Zumindest den schriftlichen Teil, denn der mündliche Termin lässt weitere vier Wochen auf sich warten.

So möchte ich konzentriert lauschen und freue mich, ab nächstem Semester ein Fach weniger zu besuchen. Bei diesem herrlichen Wetter überlegt man sich doch bisweilen, zu schwänzen. Eigentlich nehme ich es mir jeden Tag fest vor - aber dann kann ich mich nicht entscheiden, auf welches Fach ich mutwillig verzichten will.

Oh ja, die Leiden des jungen übermotivierten Musikstudenten.

Du kennst die beiden Worte

If I will make it there, I’ll make it anywhere!

Corinna goes Broadway

It’s up to you - New York, NewYork

Es ist’s! Tatsächlich, die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.
Ein bisschen zu patriotisch für meinen Geschmack, jedoch passt diese Beschreibung womöglich auf nahezu jeden amerikanischen Ort.

New York ist ein Erlebnis. Und wer dort noch nicht war, der hat noch etwas vor. Es war mein erster Besuch in dieser Stadt, aber mit Sicherheit nicht mein letzter!

Salto grammaticale

Mein ehemaliger Lateinlehrer predigte: „Wenn ihr auf eine einsame Insel geht, nehmt drei Gegenstände mit. Die Bibel, ein Lateinbuch und ein Buch eurer Wahl.“
Betrachtet man Trossingen als eine Art Insel, so ist dieser Ratschlag durchaus angemessen. Für den Fall, dass einem alle Fälle wegschwimmen. Dann nämlich möchte man das Lateinbuch keinesfalls missen.

Wir analysierten ein Werk von einem hier namentlich nicht erwähnten Komponisten, welcher über einer Phrase die Anweisung „diese Ambitusse verwenden“ notierte. In mir sträubte sich alles, doch zu helfen wusste ich mir nicht.

Ambitus – Ambitusse? Ambitussen? Ambitüsser? Mein Professor kam eilends zu Hilfe. Das sei doch klar: Ambitus, Ambitūs. Ein Hoch auf die u-Deklination!

So strichen einige Tage ins Land, bis wir von Schönberg ein Werk analysierten, welcher häufig das Intervall mit dem schönen Namen Tritonus verwendete.
Er arbeitete also mit vielen Tritonüssen! Nein, Tritonüsse wachsen nicht auf Bäumen und essen kann man sie auch nicht. „Tritoni“ schlug ein pfiffiger Geist aus unseren Reihen vor. Aber Künstler wären keine Künstler, würden sie nicht auch hier aus der Reihe tanzen. Ganz klar: ab sofort etablieren wir Tritonus, Tritonūs! Ein Hoch auf die u-Deklination!

Häufig bewegte sich Schönberg also im Ambitus des Tritonus. Da man dieses Intervall von unterschiedlichen Tönen aus ansetzen kann, nutze er folglich die Ambitūs der Tritonūs.

Wie poetisch sie doch ist, diese u-Deklination. So schrieb doch schon Heinrich Heine

Kūß, die man stiehlt im Dunkeln
Und im Dunkeln wiedergibt,
Solche Kūß wie beselgen
Sie die Seele, wenn sie liebt!

Mit herzlichen Grūß!
Ein Hoch auf die u-Deklination!

Ritter Gluck gluck gluck

Prost! Die Zwischenprüfung ist bestanden :-)

Ritter Gluck hat mein Glück gerettet und einen historischen Tag in der Hochschulgeschichte beschrieben.

Taktarten

4/4 oder 6/8 oder 7/2, das ist doch alles hinfällig, so lange den 5-Minuten-Takt gibt. Das Notenbild stellt exemplarisch Schulmusiker etwa 6 Tage vor Prüfungstermin dar.

hochtiefs

Aber wie notiert man den 5-Minuten-Takt?  Als 300/3600-Takt? Oder als 5/60-Takt mit Viertel = 1??

Plateosaurus trossino domesticus vulgaris trossingensis

Der gemeine Haustrossino

Den Weg nach Trossingen zu finden, ist gar nicht so leicht. Denn der gemeine Bürger verlässt gewöhnlich Trossingen Bahnhof den Zug und pilgert dann über Wiesen und durch Wälder, ohne die Stadt jemals zu erreichen. Der Bahnhof liegt nämlich einige Kilometer außerhalb. Trossingen hatte auch schon immer guten Grund, sich von der Außenwelt abzuschirmen: denn die Trossinger haben ihren Plateosaurus trossingensis. Und bald war absehbar, dass man ihn mit Argusaugen zu bewachen hatte, als die Welt ihren neidischen Blick auf dieses außergewöhnliche Exemplar richtete.
Inzwischen haben sich zahlreiche dilettantische Nachahmer gefunden, als prominente Beispiele seien nur zu nennen: der Ulmer Spatz, der Berliner Bär, der Rottweiler Rottweiler oder die Bremer Stadtmusikanten. Aber selbst letzteren hilft es nicht, mit Quantität die Qualität besagter Dinos aufzuwiegen.
Mitleid erregte die Großherzigkeit der Trossinger Bürger und als sie feststellten, dass die verzweifelten Imitationen ihrer Umgebung nicht fruchteten, entschlossen sie sich, symbolisch Trossinos nach Athen zu tragen. New York hat sogleich zugeschlagen und sich für zwei Modelle alter Ausfertigung begeistert. Um der reißerischen Nachfrage gerecht werden zu können, behilft man sich seit 2006 mit dem so genannten Kunststoff- Schleudergussverfahren und bietet den Trossino nun in neu entwickeltem Design an. Geliefert wird es als Rohling in weiß, beim Anmalen bieten soziale Einrichtungen, Kindergärten und Schulen gerne ihre Hilfe an. Da muss man doch zugreifen! Denn wer möchte nicht einen solch attraktiven Blickfang in seinem Vorgarten stehen haben? Trossinger Bürger haben natürlich mit Vorlage ihrer Geburtsurkunde Vorkaufsrecht!

trossino

O Diseus und Ceus

Beim Tartaros! Dass Musiker ein eigenes Rechensystem haben, ist kein Geheimnis. Und jetzt bringen sie auch noch die griechische Mythologie in Aufruhr, erheben sich in die Logen der Gottheiten.

I - Wolfgang Mozart – am a Deus allen voran.

Nahezu möglich macht es die Vierteltonbenennung, welche sich in den eingeschworenen Kreisen immer mehr etabliert.

-us für einen Viertelton aufwärts
-os für einen Viertelton abwärts

Als fortsetzendes Beispiel der enharmonischen Verwechslung sei cos = hus

Anstatt disus erstrahlt nun Eos der Morgenröte – da steigt Triton persönlich mit klangvollem hesos aus den Wogen empor und lässt Bes zu einem bos erwachsen, beugt sich hinab gen a, welches ihm entgegentritt – aus.