Archiv für Mai 2008

Welch ein Elch

Von Hänschen haben wir schon länger nichts mehr gehört, aus folgendem Grund:
In der Originalfassung des Liedes geht er zwar auch zu seiner geliebten Mutter zurück, jedoch erst nach einer Bildungsreise von 7 Jahren – er kehrt heim als Hans!
Für seine Mutter mag er vielleicht noch immer das liebe Hänschen bleiben, doch wir möchten ihn zunächst auf seiner Reise begleiten.
Warum er sich mehrere Wochen nicht gemeldet hat, oder aber ob die Post so lange für die Zustellung eines Briefes benötigt, sei dahingestellt. Endlich erhält seine Mutter ein Schreiben.

„Liebe Mutti,
aus Nordamerika sende ich Dir meine Grüße und Worte […]. ‘Welch ein Elch’ weiterlesen

Hans aufs Herz – Beweinung durch die Mutter

„Aber Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind, kehrt nach Haus geschwind“

Betrachten wir als geklärt, dass ‚das Kind’ rein formal ob der Abstammung von seinen Eltern als solches bezeichnet ist. So können wir uns des Hansens wahrer geistiger Größe widmen.
Hans befindet sich nun auf Wanderschaft, fühlt sich wohl in seinem Gemüte und setzt leichtfüßig Schritt um Schritt. Bald mit einem verträumten Lächeln, bald heiter summend genießt er das wunderbare Schauspiel der Natur.

Zu Hause in weiter Ferne sitzt seine Mutter mit rot-verquollenen Augen am Küchentisch, hat es nie gelernt oder war schlicht noch nicht darauf vorbereitet, loslassen zu müssen.
Sie ist untröstlich.

Doch woher weiß Hans von den emotionalen Umständen seiner Mutter?

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Hans in den Mai – eine Definition

Wir alle kennen diesen Begriff, jeder benutzt ihn. Doch woher stammt die Wendung ursprünglich?

Der Ausdruck „Hans in den Mai“ entstand in Deutschland im Hochmittelalter um 1200 , als das Zunftwesen es empfahl, dass ein Geselle sich auf Wanderschaft begab und sein Wissen mehrte.

‚Hans’ als der Inbegriff von Reise, Wanderschaft und Weltentdeckung; der Monat ‚Mai’ als das Erwachen der Natur, sprießenden Knospen, wohlig wärmenden Sonnenstrahlen.

Gemeinsam erwecken sie ein Bedürfnis nach Befreiung, eine Atmosphäre des Aufbruchs, Lust nach Leben!

Die Mentalität des Reisens hat inzwischen eine große Wandlung vollzogen. Reisen war jahreszeitenabhängig, weite Strecken mühsam und beschwerlich, im Winter nahezu unmöglich.

Musikalisch verarbeitet wird dies in F. Schuberts „Winterreise“, einem vorhersehbaren Weg in die Verderbnis.

Jedoch wenn der Mai anbrach, wenn die Sonne ‚Strom und Bäche’ vom Eise befreite, wenn sich der Winter zurückzog und Hoffnungsglück zu grünen begann – und so ist es bis heute geblieben: dann regt sich Bildung und Streben nach Leben. Die Menschen kriechen aus ihren Häusern und füllen als buntes Gewimmel die Gassen und Gärten, die Wälder und Felder, brechen auf, wandern, laben sich an den Wundern der ersprießlichen Natur.

Einen wunderschönen ‚Hans in den Mai’!