Archiv für Juli 2008

Johó tralala

“Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen, wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?”

Mir, oh ja, mir sprudelte er reich, dieser unersättliche Quell.

“Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen, den Hirsch zu verfolgen durch Dickicht und Teich,
ist fürstliche Freude ist männlich Verlangen, erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen, tönt freier und freud’ger der volle Pokal.”

Denn am vergangenen Sonntag wurde das bis heute populärste Werk der deutschen Opernliteratur am Wasserschloss Glatt zur Aufführung gebracht: Carl Maria von Webers „Der Freischütz” als Inbegriff der deutschen romantischen Oper. Und ich war dabei!

Mehr als nur eine konventionelle Liebesgeschichte. Lügen, Intrigen. Versagensangst und jugendliche Unwissenheit. Der deutsche Wald, das ist unsere Heimat. Ach, er dient doch schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts gerne als Sehnsuchtslandschaft für Märchen und Sagen der Romantik. Als Metapher für das Dunkle und Unbegreifliche der Seele.

Oh, wie habe ich den Abend genießen dürfen!
Magisch märchenhafte Momente, Liebe und Leidenschaft, Sehnsüchte und Begierden, Waldspuk und Mystik, die Faszination des Gefährlichen, Freuden, Leiden und Lebenslust - all das getragen von prächtiger romantischer Musik.

Wer Ohren hat zu hören

Im lauschigen Zimmer 225 fand die heutige Gehörbildungsprüfung statt, zumindest der mündliche Teil. „Ohren spitzen und lauschen”, sagte der kleine Mann in meinem Ohr.

Da habe ich mich natürlich gehörig ins Zeug gelegt und auch ein ganz ohrdentliches Ergebnis erzielt: Errechnet man sich die Quersumme aller angeschlagenen und richtig interpretierten Klaviertasten, dann habe ich mir die Note 1,5 erhört. So kann das Semester alsbald gemütlich ausklingen.

4.Semester - das ABC

Nach beinahe zwei Jahren Studium bin ich inzwischen beim Buchstaben B der großen Meister angekommen.

Die Chorkonzerte an diesem Wochenende - es sind drei an der Zahl - erreichen ihren fulminanten Höhepunkt. Freitag Schwenningen, Samstag Trossingen, Sonntag Gottmadingen.

Gesungen wird
J.S. Bach „Der Geist hilft meiner Schwachheit auf”
J. Brahms Motteten op. 110 „Ach arme Welt”, „Ich aber bin elend”
A. Bruckner Messe in e-Moll 

Die ersten zwei Konzerte sind gemeistert, bzw. überstanden, sogar mit stehenden Ovationen am Freitag. Am Samstag hat ein bisschen die Spannung gefehlt, vielleicht lag es auch an der Kirche, dass das Konzert nicht mit der Vorlage des Vortages mithalten konnte. Aber spannend wird es noch einmal heute Abend, wenn der Geist erneut unserer Schwachheit aufhelfen wird. Oder im Worte Loriots: „Musik!”