Archiv für Oktober 2008

wide white Trossingen

Ja, so ist richtig. Was macht ihr in den Herbstferien? Doch nicht etwa Drachen steigen lassen? Das ist sowas von überholt! Hier in Trossingen, da ist Schlittenfahren angesagt.
Ein morgendlicher Blick aus dem Fenster: der brave Bürger schippt Schnee. Es ist ja fast so, als hätte sich einjeder darauf gefreut und kann es kaum erwarten, morgens aus dem Bett zu springen und die Fußwege zu räumen. Da schippen sie alle in Eintracht, weiße Berge türmen sich zu den Seiten und von oben kommt der regelmäßige Nachschub. 10cm, 12 cm, 15 cm. So lieben wir Trossingen im Oktober.

Schlaflos mit Klingsbo

Warum Klingsbo mir den Schlaf raubt, erklärt sich von selbst, wenn man weiß, wer oder was Klingsbo überhaupt ist. Eine wunderschöne Vitrine. Eine Vitrine von Ikea. Es empfiehlt sich laut Anleitung, diese Vitrine zu zweit aufzubauen. Drum stand Anki mir mit Tat und Rat zur Seite. Dass man Klingsbo alleine gar nicht aufbauen könnte, wird diskret verschwiegen.

Klingsbo hat vier Füße, was ja für einen sicheren Stand ganz praktisch ist. Man nehme die ersten beiden Füße und beginne, Klingsbo nach detaillierter Bebilderung zu montieren. Ziemlich auf der vorletzten Seite nehme man die beiden übrigen Füße, um festzustellen, dass sie sich massiv  in ihrem Innenleben von den anderen unterscheiden, kurz: die Halterungen für die anschließend einzusetzenden Glasplatten verlaufen anders. Aber das hat uns auf der ersten Seite niemand gesagt. Und die sonst so ausführlichen Bilder haben uns das auch vorenthalten.

Es war nur ein Zwischenfall von noch nur wenigen mehr. Aber die zwei Stunden intensiver Auseinandersetzung haben Anki und mich zu Profis auf dem Gebiet “Klingsbo - Vitrinen von Ikea” gemacht.

Und gelernt haben wir, Anleitungen vor der Montage zunächst vollständig zustudieren. Selbst überraschungsEi-geübte Tüftler kommen da noch ins Schwitzen.

Faszination Praxissemester

Anstrengend ist es zweifellos. Und dennoch, man muss diese kleinen, hilflosen, niedlichen Kreaturen einfach liebgewinnen. Auch wenn sie bisweilen zu kratzigen Bestien mutieren können. So ist es doch erstaunlich, dass ich als Praxissemestler vorbehaltlos zu den Lehrkörpern gerechnet werde; die Kinder sind rücksichtsvoll, höflich und freundlich. Sie grüßen stets und die Unterstüfler wenden sich sogar im Unterricht bei Gruppenarbeiten mit Fragen sehr häufig an mich, wenn die Lehrerin gerade am anderen Zimmerende beschäftigt ist. Aber skurril ist es doch, von den Oberstüflern gesiezt zu werden, die doch nur wenige Jahre jünger sind.

Und dass es mit der Autorität so wunderbar klappt, ist einer der großen Vorzüge. Als wir gestern mit dem Schulorchester im Landtag in Stuttgart waren, hat doch bei meinen geliebten wilden 9.Klässlern nur ein Seitenblick gereicht und schon haben sie sich wieder benommen und waren lammfromm. Wenn das mal anhält!!