Archiv für 5. Juli 2009

Der Erlkönig

von mir geschüttelreimt

Wer reitet so spät im Wahn der Nacht?
Man sieht den Vater nah’n, er wacht
Über sein Kind, gar bang um sein Leben,
Hofft, dass die Brust noch lang wird beben.

Mein Sohn, du lieber Kerl, stöhn nicht!
Siehst, Vater, du den Erlkönig?
Den Erlkönig mit seiner Kron’?
Ich sag dir, da ist keiner, Sohn!

<Ich will dich mit dem Spiel verführen
Und Freude sollst du viel verspüren.
Auch jetzt im Winter steht gerade
Manch bunte Blume am Gestade.>

Mein Vater, siehst du am dunkeln Ort
Erlkönig finster munkeln dort?
Bleib ruhig, sagt der auf linde Weise.
In Blättern rauschen Winde leise.

<Folg mir in meine ferne Welt,
wo es dir nicht an Wärme fehlt.
Wirst du dein Leben nicht wann enden,
dann muss ich wohl Gewalt anwenden!>

Den Vater beschäftigen im Herzen
Seines Sohnes heftige Schmerzen.
Dessen Stöhnen wird immer mehr ungeheuer.
Wann kommen sie endlich her ins Gemäuer?

Er treibt das Pferd voll Willensstärke.
- Der Tod verrichtet stille Werke -
Schon schimmert in Ferne der Tag rot.
In seinen Armen das Kind ragt tot.