Der Erlkönig

von mir geschüttelreimt

Wer reitet so spät im Wahn der Nacht?
Man sieht den Vater nah’n, er wacht
Über sein Kind, gar bang um sein Leben,
Hofft, dass die Brust noch lang wird beben.

Mein Sohn, du lieber Kerl, stöhn nicht!
Siehst, Vater, du den Erlkönig?
Den Erlkönig mit seiner Kron’?
Ich sag dir, da ist keiner, Sohn!

<Ich will dich mit dem Spiel verführen
Und Freude sollst du viel verspüren.
Auch jetzt im Winter steht gerade
Manch bunte Blume am Gestade.>

Mein Vater, siehst du am dunkeln Ort
Erlkönig finster munkeln dort?
Bleib ruhig, sagt der auf linde Weise.
In Blättern rauschen Winde leise.

<Folg mir in meine ferne Welt,
wo es dir nicht an Wärme fehlt.
Wirst du dein Leben nicht wann enden,
dann muss ich wohl Gewalt anwenden!>

Den Vater beschäftigen im Herzen
Seines Sohnes heftige Schmerzen.
Dessen Stöhnen wird immer mehr ungeheuer.
Wann kommen sie endlich her ins Gemäuer?

Er treibt das Pferd voll Willensstärke.
- Der Tod verrichtet stille Werke -
Schon schimmert in Ferne der Tag rot.
In seinen Armen das Kind ragt tot.

1 Kommentar zu “Der Erlkönig”


  1. 1 Cilly Caletta

    Prima Corinna!
    nur wer die Verse kennt,
    der schüttelt richtig
    dem ist gleich Reim
    und Versmass wichtig. (Ich übe heiter weiter ..) ;)
    Unser Johann Wolfgang aber würde wohl sagen:
    Hos ego versiculos feci, tulit alter honores.

    Diese Verse habe ich gedichtet,
    ein anderer aber nahm die Ehre dahin.
    So baut ihr nicht für euch das Nest, ihr Vögel.
    So tragt ihr nicht für euch das Vlies, ihr Schafe.
    So macht ihr nicht für euch den Honig, ihr Bienen.
    So zieht ihr nicht für euch den Pflug, ihr Ochsen.

    (J. Götte – K. Bayer)

    Grüße aus Karlsruhe!

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