Lyrik - eine Definition

nach Sebastian Krämer. Präzise, treffend, ehrlich! Ein Name aus tiefster Überzeugung zum Weiterempfehlen.

>>Lyriker sind Menschen wie andere auch. Sie machen dieselben Sachen, sie gehen auch aufs Klo und so…sie drücken sich nur anders darüber aus.
Ein Lyriker zum Beispiel würde sagen: „Als mir gestern auf dem Parkplatz mein Handy auf den Steinfußboden fiel, ist in seinem Inneren etwas zerbrochen.“
Oder ein anderes Beispiel.

Jemand geht über einen Zebrastreifen und wird überfahren. Am Straßenrand steht eine Oma, die das beobachtet, die sagt, wie Omas das dann so sagen:
„Zebrastreifen, Zebrastreifen – mancher wird es nie begreifen.“
Jetzt ist der Typ schon überfahren. Wenn er zusätzlich noch Pech hat, landet der Spruch auch auf seinem Grabstein.

Der Punkt ist was anderes. Und zwar hat das mit Lyrik noch überhaupt nichts zu tun.
Aber jetzt stellen Sie sich vor, der Typ geht nicht über einen Zebrastreifen, sondern er geht einfach so über die Straße. Am Straßenrand steht ein Blumenkübel. Der Blumenkübel hindert ihn aber auch nicht daran, überfahren zu werden. Das heißt, er wird nach wie vor überfahren, doch das sieht jetzt nicht die Oma, sondern ich [Sebastian Krämer] geh da meinetwegen vorbei, sehe das und kenne aber die alten Omasprüche, ich leiste folgenden Transfer und sage: „Blumenkübel, Blumenkübel, mancher wird es nie begreifen.“

Was ist hier passiert? Erstens: es gibt keinen Reim mehr. Zweitens: es gibt keinen Sinn mehr.
Das ist Lyrik.<<

http://www.sebastian-kraemer.de/

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