Plateosaurus trossino domesticus vulgaris trossingensis

Der gemeine Haustrossino

Den Weg nach Trossingen zu finden, ist gar nicht so leicht. Denn der gemeine Bürger verlässt gewöhnlich Trossingen Bahnhof den Zug und pilgert dann über Wiesen und durch Wälder, ohne die Stadt jemals zu erreichen. Der Bahnhof liegt nämlich einige Kilometer außerhalb. Trossingen hatte auch schon immer guten Grund, sich von der Außenwelt abzuschirmen: denn die Trossinger haben ihren Plateosaurus trossingensis. Und bald war absehbar, dass man ihn mit Argusaugen zu bewachen hatte, als die Welt ihren neidischen Blick auf dieses außergewöhnliche Exemplar richtete.
Inzwischen haben sich zahlreiche dilettantische Nachahmer gefunden, als prominente Beispiele seien nur zu nennen: der Ulmer Spatz, der Berliner Bär, der Rottweiler Rottweiler oder die Bremer Stadtmusikanten. Aber selbst letzteren hilft es nicht, mit Quantität die Qualität besagter Dinos aufzuwiegen.
Mitleid erregte die Großherzigkeit der Trossinger Bürger und als sie feststellten, dass die verzweifelten Imitationen ihrer Umgebung nicht fruchteten, entschlossen sie sich, symbolisch Trossinos nach Athen zu tragen. New York hat sogleich zugeschlagen und sich für zwei Modelle alter Ausfertigung begeistert. Um der reißerischen Nachfrage gerecht werden zu können, behilft man sich seit 2006 mit dem so genannten Kunststoff- Schleudergussverfahren und bietet den Trossino nun in neu entwickeltem Design an. Geliefert wird es als Rohling in weiß, beim Anmalen bieten soziale Einrichtungen, Kindergärten und Schulen gerne ihre Hilfe an. Da muss man doch zugreifen! Denn wer möchte nicht einen solch attraktiven Blickfang in seinem Vorgarten stehen haben? Trossinger Bürger haben natürlich mit Vorlage ihrer Geburtsurkunde Vorkaufsrecht!

trossino

4 Kommentare zu “Plateosaurus trossino domesticus vulgaris trossingensis”


  1. 1 Lara

    oh oh, ich hoffe du planst keine trossino-fotosammlung! dann kann ich dir nämlich auch nicht helfen ^^ (durchaus auf zwei arten zu verstehen)

    ‘interessant’, die viecher mal zu sehen, ich hab ja schon viel von ihnen gehört…

    in reutlingen stehen (standen anfang 2006) übrigens bunte bären, auf den beiden hinterbeinen etwas größer als ein mensch. auch ein beliebtes fotObjekt…

    liebe grüße!

  2. 2 Christian B-Bone

    Eine andere Spezies ist im Ausländischen, in Kandel in der Pfalz zu begutachten. An jeder Straßenecke stehen dort die in Fachkreisen Apiformes genannten Insekten - ebenfalls über mannsgroß. Auch hier haben Vereine und gutmütige Bürger den bloßen Geschöpfen einen individuellen Anstrich verpasst, auf dass sie nicht mehr nackt herumfliegen müssen.
    Wer nun noch immer nicht erahnen kann, um welches Tier es sich handelt, erhalte hiermit noch einen Tipp: Das Wesen hat im Grunde überhaupt nichts mit der Stadt Kandel zu tun, da es dort nicht bedeutender ist, als in anderen deutschen Städten. Es ist viel mehr anzunehmen, dass es auf Grund der sich verändernden Semantik bzw. aufgrund (Ein Wort, zwei Schreibweisen - Duden macht’s möglich) einer bloßen Verwechslung zweier verschiedener Sprachen (Keltisch und Germanisch) im Namen des bei Kandel beginnenden Waldes zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Man vermutet nämlich, dass die ehemalige, keltische Bezeichnung für Wald - “behe” bzw. “beje”
    (klingelt’s schon?) - bei einer Namensgebung, Urkundenänderung oder ähnlichem als deutsches Wort “Biene” missdeutet wurde. Und zwar so, dass der Forst übersetzt trefflich “Waldwald” bedeutet, wenn man ihn auf seinen Ursprung zurückführt.
    Doch das ist schließlich nicht so wichtig. Es muss doch als Grund für die Exitenz dieser schönen Prunkfiguren ausreichen, dass man am Tore des “Bienwaldes” lebt, wie auch immer dieser Name zustande gekommen sein mag…
    Wer sie von nahem betrachten und als Souvenir ein Photo von ihm schießen will, der sollte einmal selbst nach Kandel fahren. Wem eine Aufnahme reicht oder wem im eigenen Garten ein solches Insekt noch nicht zur Verfügung steht, der kann auf folgenden Links nicht nur ein Exemplar bestaunen, sondern mit ein paar Klicks auch sofort ein Bestellformular ausfüllen.

    http://www.vg-kandel.de/Ortsgemeinden/OGKandel/Biene/100_2230.GIF
    http://www.kandel.de/ (Auf der Startseite rechts unten)

    Viele Grüße!

  3. 3 Corinna Mayer

    Wow, wer hätte gedacht, dass es tatsächlich hässlichere Tiere als den Trossino gibt! Eine durchaus beruhigende Tatsache. Wissenschaftler gaben dem Trossinger Dino aufgrund seiner Gattungsmischung übrigens inzwischen den Namen

    Plateosaurus anam gulo crocodyliarum gnathostomatis et phallus rusticolus trossingensis.

  4. 4 Lara

    ZU SPÄT!
    wollte, gerade aus kandel kommend, genau dies verkünden…
    fotos hab ich natürlich nicht machen können ohne meine untreue kamera ^^
    grüße!

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