Tag-Archiv für 'tritonus'

Welch ein Elch

Von Hänschen haben wir schon länger nichts mehr gehört, aus folgendem Grund:
In der Originalfassung des Liedes geht er zwar auch zu seiner geliebten Mutter zurück, jedoch erst nach einer Bildungsreise von 7 Jahren – er kehrt heim als Hans!
Für seine Mutter mag er vielleicht noch immer das liebe Hänschen bleiben, doch wir möchten ihn zunächst auf seiner Reise begleiten.
Warum er sich mehrere Wochen nicht gemeldet hat, oder aber ob die Post so lange für die Zustellung eines Briefes benötigt, sei dahingestellt. Endlich erhält seine Mutter ein Schreiben.

„Liebe Mutti,
aus Nordamerika sende ich Dir meine Grüße und Worte […]. ‘Welch ein Elch’ weiterlesen

Salto grammaticale

Mein ehemaliger Lateinlehrer predigte: „Wenn ihr auf eine einsame Insel geht, nehmt drei Gegenstände mit. Die Bibel, ein Lateinbuch und ein Buch eurer Wahl.“
Betrachtet man Trossingen als eine Art Insel, so ist dieser Ratschlag durchaus angemessen. Für den Fall, dass einem alle Fälle wegschwimmen. Dann nämlich möchte man das Lateinbuch keinesfalls missen.

Wir analysierten ein Werk von einem hier namentlich nicht erwähnten Komponisten, welcher über einer Phrase die Anweisung „diese Ambitusse verwenden“ notierte. In mir sträubte sich alles, doch zu helfen wusste ich mir nicht.

Ambitus – Ambitusse? Ambitussen? Ambitüsser? Mein Professor kam eilends zu Hilfe. Das sei doch klar: Ambitus, Ambitūs. Ein Hoch auf die u-Deklination!

So strichen einige Tage ins Land, bis wir von Schönberg ein Werk analysierten, welcher häufig das Intervall mit dem schönen Namen Tritonus verwendete.
Er arbeitete also mit vielen Tritonüssen! Nein, Tritonüsse wachsen nicht auf Bäumen und essen kann man sie auch nicht. „Tritoni“ schlug ein pfiffiger Geist aus unseren Reihen vor. Aber Künstler wären keine Künstler, würden sie nicht auch hier aus der Reihe tanzen. Ganz klar: ab sofort etablieren wir Tritonus, Tritonūs! Ein Hoch auf die u-Deklination!

Häufig bewegte sich Schönberg also im Ambitus des Tritonus. Da man dieses Intervall von unterschiedlichen Tönen aus ansetzen kann, nutze er folglich die Ambitūs der Tritonūs.

Wie poetisch sie doch ist, diese u-Deklination. So schrieb doch schon Heinrich Heine

Kūß, die man stiehlt im Dunkeln
Und im Dunkeln wiedergibt,
Solche Kūß wie beselgen
Sie die Seele, wenn sie liebt!

Mit herzlichen Grūß!
Ein Hoch auf die u-Deklination!