Töne hören, darum geht es am kommenden Mittwoch, es wird der 25.Juni sein, wenn ich meine Prüfung in Gehörbildung absolvieren darf. Zumindest den schriftlichen Teil, denn der mündliche Termin lässt weitere vier Wochen auf sich warten.
So möchte ich konzentriert lauschen und freue mich, ab nächstem Semester ein Fach weniger zu besuchen. Bei diesem herrlichen Wetter überlegt man sich doch bisweilen, zu schwänzen. Eigentlich nehme ich es mir jeden Tag fest vor - aber dann kann ich mich nicht entscheiden, auf welches Fach ich mutwillig verzichten will.
Oh ja, die Leiden des jungen übermotivierten Musikstudenten.
Der gemeine Haustrossino
Den Weg nach Trossingen zu finden, ist gar nicht so leicht. Denn der gemeine Bürger verlässt gewöhnlich Trossingen Bahnhof den Zug und pilgert dann über Wiesen und durch Wälder, ohne die Stadt jemals zu erreichen. Der Bahnhof liegt nämlich einige Kilometer außerhalb. Trossingen hatte auch schon immer guten Grund, sich von der Außenwelt abzuschirmen: denn die Trossinger haben ihren Plateosaurus trossingensis. Und bald war absehbar, dass man ihn mit Argusaugen zu bewachen hatte, als die Welt ihren neidischen Blick auf dieses außergewöhnliche Exemplar richtete.
Inzwischen haben sich zahlreiche dilettantische Nachahmer gefunden, als prominente Beispiele seien nur zu nennen: der Ulmer Spatz, der Berliner Bär, der Rottweiler Rottweiler oder die Bremer Stadtmusikanten. Aber selbst letzteren hilft es nicht, mit Quantität die Qualität besagter Dinos aufzuwiegen.
Mitleid erregte die Großherzigkeit der Trossinger Bürger und als sie feststellten, dass die verzweifelten Imitationen ihrer Umgebung nicht fruchteten, entschlossen sie sich, symbolisch Trossinos nach Athen zu tragen. New York hat sogleich zugeschlagen und sich für zwei Modelle alter Ausfertigung begeistert. Um der reißerischen Nachfrage gerecht werden zu können, behilft man sich seit 2006 mit dem so genannten Kunststoff- Schleudergussverfahren und bietet den Trossino nun in neu entwickeltem Design an. Geliefert wird es als Rohling in weiß, beim Anmalen bieten soziale Einrichtungen, Kindergärten und Schulen gerne ihre Hilfe an. Da muss man doch zugreifen! Denn wer möchte nicht einen solch attraktiven Blickfang in seinem Vorgarten stehen haben? Trossinger Bürger haben natürlich mit Vorlage ihrer Geburtsurkunde Vorkaufsrecht!

„Sie liebte den düsteren Ernst des Gebäudes, die grauen, abblätternden Wände hinter der Bühne, das blankpolierte Holz und den dunkelroten Teppich im Foyer, das vergoldete Tunnelgewölbe des Konzertsaales und die berühmte Kuppel über der Bühne, die, so hatte man ihr erklärt, das Streben der Menschen nach Höherem verkörperte und den Genius der Harmonie durch einen Flammenball ewigen Feuers darstellte.“
‘Dreikönigsarbeitsphase’ weiterlesen
…die Geschehnisse des Heiligen Abends crescendierten zu ihrer Klimax, als mein Bruder mir eröffnete, dass ich nach anderthalb Jahren des Nervens meinerseits nun endlich meinen eigenen Blog bekäme. „Blog me Amadeus“! Nein, ich bin nicht österreichischer Abstammung. Und meine Kompositionen reichen auch noch nicht an die des in Anlehnung besungenen heran…aber was nicht ist…abwarten!
Und zu erwarten bleibt auch, mit welcherlei musikalischen Ergüssen und Berichten aus meinem vivo passionato de trossingensis ich euch in Zukunft beglücken kann. Vielleicht schaut ihr ja bisweilen hier vorbei. Die Komposition des Layouts ist noch nicht abgeschlossen, doch gut Ding will Weile haben.
Keine Sorge, die Entwicklung wird poco a poco mitzuverfolgen sein! Nach einem Weihnachtsessen delicioso et chiuso gönne ich mir nun erst einmal eine Pause – als Flöte ist man das Zählen ja gewöhnt.
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